Was ist „Clean Label“ nicht
In zahlreichen Fällen wird „Clean Labeling“ lediglich zu Marketingzwecken angewendet. Oftmals wird der Konsument dadurch aber verunsichert.
Wie die Verbraucherzentrale Hamburg in einer Untersuchung aufgedeckt hat, wird "Clean Labeling" in vielen Fällen genutzt, um den unwissenden Verbraucher zu täuschen. Angaben wie „ohne künstliche Aromen“, „rein natürlich“ oder „ohne Geschmacksverstärker“ sind zwar in den meisten Fällen zulässig, nutzen aber aus, dass der Verbraucher nicht weiß, mit welchen Ersatzprodukten gearbeitet wurde.
Es irritiert den Verbraucher, dass auf einigen mit „Clean Label“ ausgewiesenen Produkten lediglich damit geworben wird, was NICHT enthalten ist. Dabei verdient so ein Produkt in unseren Augen dieses Prädikat nicht.
Es gibt Hersteller, die vermeintlich positive Zutaten bzw. Eigenschaften groß aufführen, aber die grenzwertigen gar nicht erst erwähnen. So gibt es z.B. eine „Clean-Label-Margarine“, in der neben chemisch-synthetischen Emulgatoren (Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren; E471) auch synthetische Säuerungsmittel sowie „natürliche Aromen“ enthalten sind. Ausgelobt wird hingegen nur, dass keine gehärteten Fette verwendet werden.
Ähnlich verhält es sich mit Produkten, für die mit Selbstverständlichkeiten geworben wird.
Auch Angaben wie „ohne Farbstoffe lt. Gesetz“ sind für den Laien irreführend, da in diesen Produkten „laut Gesetz“ gar keine Farbstoffe zulässig sind. Es wird also mit einer Selbstverständlichkeit geworben. Hier appellieren wir an die Hersteller, mehr Ehrlichkeit an den Tag zu legen – auch wenn das Gesetz aufgrund vorhandener Lücken zweifelhafte Deklarationen teilweise zulässt.